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Srilankische Armee bombardiert Hospitäler

Rotes Kreuz bestätigt Massaker an Tamilen

Heute hat das Internationale Rote Kreuz bestätigt, dass es in den letzten Tagen Hunderte von getöteten Zivilisten im Kriegsgebiet in Sri Lanka gegeben hat. Die Presseerklärung dokumentieren wir unten. Garnieren möchten wir dies mit einem Foto, das Verteidigungsstaatsekretär Gothabaya Rajapakse dabei zeigt, wie er in Pakistan Waffen einkauft…
Sollte es sich bei der Rakete links sogar um eine Cluster-Bombe handeln?

27-01-2009 News release 09/22

Sri Lanka: Major humanitarian crisis unfolding

Colombo / Geneva (ICRC) – Hundreds of people have been killed and scores of wounded are overwhelming understaffed and ill-equipped medical facilities in Sri Lanka’s northern Vanni region, following intensified fighting between the Sri Lanka Security Forces and the Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE).

„People are being caught in the crossfire, hospitals and ambulances have been hit by shelling and several aid workers have been injured while evacuating the wounded. The violence is preventing the International Committee of the Red Cross (ICRC) from operating in the region,“ said Jacques de Maio, ICRC head of operations for South Asia in Geneva.

The terrified population is in need of protection, medical care and basic assistance, according to the ICRC.

An estimated 250,000 people are trapped in a 250 square-kilometre area which has come under intense fighting. They have no safe area to take shelter and are unable to flee.

„When the dust settles, we may see countless victims and a terrible humanitarian situation, unless civilians are protected and international humanitarian law is respected in all circumstances,“ said Mr de Maio. „It’s high time to take decisive action and stop further bloodshed because time is running out.“

The ICRC urgently appeals to both sides to allow and facilitate the safe and voluntary movement of civilians out of the combat zone.

The ICRC is determined to stay as long as possible in the Vanni, but the parties must respect its presence and its work. Humanitarian assistance must be allowed to enter the Vanni and aid workers and their premises must be protected from shelling and looting, as required by international humanitarian law.

Both sides are strongly urged to spare the lives of those not, or no longer, taking direct part in the fighting. Hundreds of patients need emergency treatment and evacuation to Vavuniya Hospital in the government-controlled area.

The ICRC, which is the only international aid agency to have remained permanently in the Vanni over the past four months with the agreement of both sides, continues to work alongside the Sri Lanka Red Cross Society helping those in need.

For further information, please contact:
Carla Haddad Mardini, ICRC Geneva, tel +41 22 730 24 05 or +41 79 217 32 26
Sarasi Wijeratne, ICRC Colombo, tel +94 11 250 33 46 or +94 773 1588 44

Quelle: http://www.icrc.org/web/eng/siteeng0.nsf/html/sri-lanka-news270109

Massaker in Sri Lanka: Militär tötet 300 Zivilisten

Tamilnet berichtet heute von einem Massaker an 300 Zivilisten im Nordosten Sri Lankas. Die Armee habe eine von ihr eingerichtete Sicherheitszone beschossen, die eigentlich dazu gedacht war, Flüchtlingen Schutz zu bieten. Es soll 1000 Verletzte gegeben haben, von denen viele auf den Straßen liegen und verbluten, da es zu wenig medizinische Hilfe gibt. Die wenigen Ärzte bitten dringend um die Hilfe der Internationalen Gemeinschaft. Auch die UN bestätigt den Tod von vielen Zivilisten, ohne Zahlen zu nennen. DIe Rebellen der Tamil Tigers werden beschuldigt, viele Zivilisten zwangsweise in ihrem Gebiet zu halten und sie als menschliche Schutzschilde zu benutzen. Außerdem sollen die Rebellen aus der sicheren Zone heraus die Armee angegriffen haben, meldet das Militär, das im selben Atemzug beteuert, nicht zurückgeschossen zu haben. Ähnliche Szenarien kennen wir aus Gaza. Dort war allerdings die gesamte Weltöffentlichkeit sehr aufmerksam.

Da die Rebellen ihre letzten Bastionen verloren haben und auf ein Gebiet von 30 qm zurückgeworfen sind, muss jede Katastrophennachricht mit Vorsicht genossen werden. Sollte sich diese Nachricht aber bestätigen, sollten in den nächsten Tagen auch andere Quellen diese Geschehnisse untermauern, wäre dies eines der furchtbarsten Verbrechen an der tamilischen Minderheit seit Jahrzehnten. Es besteht die große Gefahr, dass eine siegreiche Armee noch weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt. Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt.

Ergänzung 27. Januar: Inzwischen wurde die Nachricht auch vom Daily Mirror übernommen! In einem anderen Artikel bestätigen UN-Mitarbeiter, dass sie „Dutzende“ von Toten gesehen haben.

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Das folgende Video wurde vor zwei Tagen aufgenommen, als die Armee die sichere Zone bereits schon einmal bombardierte.

Herausgeber des Sunday Leader ermordet

In Sri Lanka ist der Herausgeber der Zeitung „Sunday Leader“ heute morgen auf offener Straße erschossen worden. Vier unidentifizierte bewaffnete Männer waren ihm auf Motorrädern gefolgt. Sie schlugen die Scheiben seines Wagens ein und feuerten auf seinen Kopf. Außerdem griffen sie ihn mit Messern an.
Lasantha Wickramatunga war bekannt für seine regierungskritischen Berichte und hatte mehrmals Todesdrohungen erhalten. Präsident Rajapakse bezeichnete ihn 2007 als „Terroristenjournalisten“. Oppositionsführer Ranil Wickremesinghe machte deshalb die Regierung „direkt“ für den Mord verantwortlich. Sie habe mit ihrer Hetzkampagne gegen kritische Medien den Mördern den Weg bereitet.
Es war bereits der zweite Angriff auf Medienvertreter binnen drei Tagen. Am Dienstag hatten Bewaffnete den größten privaten Fernsehsender gestürmt und verwüstet. Sie zündeten im Senderaum eine Mine, deren Überreste auf einen militärischen Ursprung hinweisen. Laut transcurrents soll der Militärgeheimdienst hinter der Aktion stecken.

Ein Artikel über die Gewalt gegen Medienvertreter – veröffentlicht vom Sunday Leader/